Der rasante Aufstieg der französischen Brauszene, in der es mehr Brauereien gibt als in Deutschland oder Großbritannien, hat auch zu einer geografischen Ausdehnung des Bierbrauens geführt. Früher gab es Biere nur in der Gegend zwischen Straßburg und La Manche (dem Ärmelkanal), im Norden und Osten Frankreichs, aber heute werden sie im ganzen Land gebraut, und zwar nach jeder Tradition und keiner. Es gibt jedoch nach wie vor einige lokale, regionale Traditionen.
Bière de garde
Bière de Garde bedeutet in etwa ‚gelagertes Bier‘ und ist ein Begriff, der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde, um traditionell hergestellte französische Biere von den aufkommenden industriellen Lagerbieren zu unterscheiden. Dieser Stil wird nicht durch Farbe, Charakter oder Inhalt definiert, sondern eher durch die Herstellungsmethode. Die Biere sind in der Regel mittelstark (6,0-8,0% ABV), bestehen ausschließlich aus Malz und haben die Gemeinsamkeit, dass sie nach der Gärung bei Kellertemperatur – einer Art lauwarmem Lagern – für mindestens 21 Tage nach französischem Recht gelagert werden, oft auch länger. Dies sorgt für eine weiche Textur und eine vollmundige Malzigkeit, die bis zum Ende anhält. Jede scharfe Kante, die durch die Reifung oder die Muffigkeit des Kellers entsteht, ist eher auf schlechte Lagerung als auf Absicht zurückzuführen.
Hinweis: Französische Brauer folgten einige Jahre lang einer tricolore-Konvention, wobei viele Brauereien Biere in blonden, bernsteinfarbenen und braunen Versionen herstellen. Die Brune (braune) Form von Bière de Garde ist eher malzbetont, die Ambrée (bernsteinfarben, gelegentlich auch Rousse oder rötlich) ist eher süß und fruchtig, während die Blonde (blonde) Version eher hopfenbetont ist. Eine spezielle, typisch starke Sorte namens Bière de Mars, die traditionell im März hergestellt wird, um die Getreidereste zu beseitigen, ist für den sofortigen Verzehr bestimmt.





