Dieselbe professionelle Besessenheit, die ein Brauer bei der Herstellung eines industriellen Lagerbieres an den Tag legen muss, ist in ganz anderer Weise auch erforderlich, wenn er ein Lagerbier herstellen will, das nach älteren, aufwändigeren und geschmacksverbessernden Methoden gebraut, vergoren und konditioniert wird.
Es ist wahrscheinlich, dass die ersten kommerziell gebrauten Lagerbiere, die um 1840 aufkamen, aus der Kellerbier-Tradition Bayerns und der benachbarten Regionen des Alpenvorlandes stammten, wo die Biere jahrhundertelang über den Sommer in kalten Höhlen gelagert wurden, um sie vor dem Verderben in der Hitze zu bewahren.
Die besten europäischen Lagerbiere werden aus 100% unraffinierter, gemälzter Gerste hergestellt, nach der Dekoktionsmethode eingemaischt, mit deutschen Sorten wie Saaz, Hallertau, Spalt oder Tettnang gehopft, mit einem Lagerhefestamm bei höchstens 15° C bis zu zwei Wochen lang vergoren und dann in Lagertanks bei 0°bis 4°C bis zu drei Monate lang gelagert.
Dieser letzte Teil des Prozesses vergrößert den benötigten Lagerraum in der Brauerei beträchtlich, verleiht ihm aber auch Reife und beseitigt eine Vielzahl von unreifen und unangenehmen Aromen.
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