Italien

"Das italienische Craft-Brauen ist eine Brutstätte der Kreativität und hat sich in diesem Jahrhundert massiv weiterentwickelt. Trotz oder gerade wegen des Fehlens historischer Bierstile zum Wiederbeleben und trotz oder gerade wegen Italiens fortgeschrittener Weinkultur war…"

Das italienische Craft-Brauen ist eine Brutstätte der Kreativität und hat sich in diesem Jahrhundert massiv weiterentwickelt. Trotz oder gerade wegen des Fehlens historischer Bierstile zum Wiederbeleben und trotz oder gerade wegen Italiens fortgeschrittener Weinkultur war die Erwartung stets, dass die Brauer des Landes irgendwann ihre eigenen klassischen Stile erfinden würden.

Italian Grape Ale (IGA)

Eine neue italienische Spezialität, die sich durchaus etablieren könnte, ist eine, die mit bis zu 40 % ganzen Trauben in der Maische gebraut und mit einer Weinhefe vergoren werden kann. IGAs sind noch in der Entwicklung, und Variationen umfassen die Verwendung von Traubenmost, Traubenblüten, Traubensaft und gelegentlich Wein selbst. Das Grundbier kann aus verschiedenen Getreidesorten hergestellt und mit Lager-, Ale- oder Weinhefe vergoren werden. Die Rebsorte ist vielleicht wichtiger. Unterstile existieren bereits, wie rote, weiße und saure Sorten, die erkennbar unterschiedlich sind. Ein gutes Beispiel wird Merkmale von Wein und Bier aufweisen, wobei keines der Getränke dominiert.
EBCU-Workshop „„Alles über… Italian Grape Ale““ auf YouTube

Italienischer Gerstenwein

Kann ein einzelnes Bier als Stil bezeichnet werden? Wenn ja, dann ist Xiauyù und seine Varianten von der Brauerei Baladin ein solcher Stil. Seine Herstellung umfasst drei Gärzyklen, wodurch es praktisch kohlensäurefrei wird. Sein Charakter ähnelt stark dem eines Likörweins, wie Marsala oder ein Colheita Portwein, jedoch ausschließlich aus gemälztem Getreide hergestellt. Trotz seiner Stärke (15,0–18,0 Vol.-%) bleibt es technisch gesehen ein Bier.

Birra alle castagna (Kastanienbier)

Craft Beer (Birra Artigianale) in Italien hat immer einen anderen Weg zum Erfolg eingeschlagen, da es eher für den Tisch als für die Bar konzipiert wurde. Eine Besonderheit war die Zugabe ungewöhnlicher Zutaten. Ein früher Erfolg war die Verwendung von Kastanienmehl, um abgerundete, süße, nussige, aber erdige Nachgeschmäcke zu erzeugen. Wir führen dies eher als Beispiel für das Genre an, denn als Beispiel für die Wirkung von Kastanien.

Siehe auch: Italian Pils

 

About the Author

The lead author and curator of The Beer Styles of Europe and beyond is Tim Webb, co-author of The World Atlas of Beer.

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